Das Projektgebiet umfasst neun Gemeinden, die rechts- und linksmainisch zwischen Würzburg und Karlstadt liegen. Die beteiligten Gemeinden liegen im Grenzsaum zwischen den Landkreisen Main-Spessart und Würzburg.
Das Projektgebiet in seiner vorliegenden Form stellt in historischer (Fürstbistum Würzburg), kultureller („Mainfranken“) und besonders wirtschaftlicher Hinsicht einen kohärente Region dar, so daß die Landkreisgrenze im täglichen Leben der Bürger oft keinen Einfluß hat bzw. als künstlich empfunden wird. Für die gleichartige Ausrichtung auf wirtschaftlichem Gebiet mögen an dieser Stelle als Beispiele die überragende Bedeutung Würzburgs als Einkaufsziel und die Pendlerbeziehungen dienen. Die Kohärenz des Projektgebietes wird außerdem durch drei weitere Aspekte gestärkt, die eine wichtige Rolle für die weitere Entwicklung der Region im Rahmen von LEADER+ spielen werden:
Ein übergreifendes Merkmal im Zielgebiet ist der Weinbau, manifestiert durch die sich über das ganze Projektgebiet erstreckende Großlage „Ravensburg“.
Alle Gemeinden des Zielgebietes, mit Ausnahme des Marktes Thüngen, haben Anschluß an das Breitbandkabelnetz der ÜWU-Mediendienste GmbH, dessen Ausbau für schnellen Internetzugang eine wichtige Entwicklungschance für die Region darstellt.
In den Gemeinden besteht, teilweise im Zusammenhang mit Maßnahmen der Städtebauförderung, großes Interesse an einer verstärken Nutzung von regenerativen Energien. Gerade hier ist ein großer Bedarf an technischer, organisatorischer und finanzieller Zusammenarbeit vorhanden.
Das Gebiet der LAG Energie und Kabel umfasst eine Fläche von 203,43 km2 mit 31154 Einwohnern (Stand 31.12.1999, Gemeindedaten des Bayerischen Statistischen Landesamtes). Die erforderliche kritische Masse für eine erfolgreiches Entwicklungskonzept ist damit deutlich übertroffen. Das Projektgebiet umfasst keine kreisfreie Stadt.
Leitbild
Die Projektgemeinden sind, wie oben dargestellt, in erster Linie den Einflüssen der Stadt Würzburg und in abgeschwächter Form der Stadt Karlstadt ausgesetzt. Dies spiegelt sich u.a. im hohen Pendleraufkommen (Beruf und Ausbildung) wieder. Arbeits- und Ausbildungsplätze in den Gemeinden sind nur in geringem Umfang vorhanden. Gleichzeitig ist die technische Infrastruktur (siehe z.B. hochwertiger Internetzugang) teilweise wenig entwickelt. Um diese Abhängigkeiten und Schwächen zu überwinden und im Projektgebiet eine eigenständige wirtschaftliche Entwicklung zu verstärken, wurde folgendes Leitbild entwickelt: Wir stellen den Anschluss her !
Dies beinhaltet u.a. die verstärkte Nutzung der IuK-Technologien, die Umsetzung eines eigenen umweltgerechten Energiekonzepts und die Qualifizierung der Bürger in ihrer Heimatgemeinde.
Zielvorstellungen:
Förderung des Wirtschaftsstandorts
Umweltgerechtes Energiekonzept
Stärkung der Bürgergemeinschaft
Gemeinsames Handeln der Gemeinden
Qualifizierung in der Gemeinde
Verbesserung der Informationsmöglichkeiten
Handlungsfeld 1: Lokale Informationssysteme und Kommunikation
Handlungsfeld 2: Wirtschaft und Beschäftigung
Handlungsfeld 3: Unterstützung soz. Projekte
Handlungsfeld 4: Informations- und Kommunikationstechnologie
Handlungsfeld 5: Nachhaltige Entwicklung und Regenerative Energien
Zentraler Punkt des Regionalen Entwicklungskonzepts ist die Nachhaltigkeit und die Auswirkungen auf die Umwelt. Dies spiegelt sich auch wieder in der Auswahl der Handlungsfelder und der einzelnen Projekte.
In der LAG und den Arbeitskreisen ist der Frauenanteil relativ hoch. Ebenso sind Frauen in allen Entscheidungsgremien wie im Lenkungsausschuss und den Projektgruppen vertreten. Die Förderung von Telearbeitsplätzen und Existenzgründungen kommt in erster Line auch Frauen zugute (siehe u.a. vorliegende Telearbeitsstudie). Bei den Qualifizierungsmaßnahmen werden spezielle Kurse für Frauen bzw. Familien angeboten.
Gleiches gilt für die Senioren. Zusätzlich gibt es seit der EXPO 2000 einen eigenen Seniorenkreis, der insbesondere das Internetcafé betreut. Unter dem Handlungsfeld Unterstützung sozialer Projekte ist das Schlüsselprojekt „Senioren starten durch !“ aufgeführt, das eine aktive Seniorenarbeit einschließt. Unter anderem bieten sie eine Hausaufgabenbetreuung an. Hier schließt sich der Kreis im Hinblick auf die besondere Berücksichtigung von Kindern. Von Bedeutung ist die Einbeziehung der Kindergärten und Schulen in das Konzept der Netz-Treffs und ein auf die Bedürfnisse der Kinder abgestelltes Qualifizierungsprogramm.
Im Mittelpunkt der Behindertenarbeit wird die Nutzung des Breitbandkabels mit den vielfältigen Möglichkeiten stehen (z.B. email als Kontaktmöglichkeit). Hier wird auch wie bei der EXPO 2000 die Integration von Sehbehinderten an erster Stelle stehen und die bisher gute Zusammenarbeit mit dem Berufsförderungswerk Würzburg/Veitshöchheim vertieft. Gleichzeitig unterstützen die Senioren diese Arbeit im oben genannten Schlüsselprojekt.
Weitere Informationen:
Geschäftsstelle LAG Energie und Kabel
Untere Hauptstr. 14, 97291 Thüngersheim
Dr. Joachim Först
Dipl.-Geogr. Harald Fröhlich
Tel. 09364/815029
Fax 0931/9916518
foerst@nfc.de
froehlich@nfc.de
www.mainkabel.de
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